|
|
|
|||||||
Kindesschutz |
|
|||||||
|
|
Kindesschutz im Verband Ein Gruppenleiter spricht mit einer Jungpfadfinderin über sein Sexualleben. Einige Rover ziehen gemeinsam einem Pfadfinderjungen gewaltsam die Hose herunter. Ein Mutter fordert von ihrem Kind beim Abschied einen Kuss auf den Mund. Ein Wölflingsleiter fordert beim Duschen die Kinder auf, sich zum Waschen ganz auszuziehen. Ein Mitarbeiter nimmt immer wieder ein bestimmtes Kind an die Hand und zeigt sich enttäuscht, wenn das Kind nicht möchte. Sexuelle Gewalt – ja oder nein? Ohne weitere Informationen vielleicht nicht immer zu entscheiden. Erzwungene Küsse, Berührungen im Genitalbereich oder Formen der Selbstbefriedigung mit oder vor Kindern oder Jugendlichen sind da schon klarer. Was? Themen, die nichts mit uns zu tun haben? Und ob!
Die Realität Sexualisierte Gewalt kommt so häufig vor, dass man davon ausgehen kann, in jeder Kindergartengruppe, in jeder Schulklasse, in jeder Jugendgruppe, in jeder Nachbarschaft oder Verwandtschaft Kinder zu finden, die missbraucht werden. Opfer sind dabei überwiegend Mädchen, aber auch Jungen werden sexuell missbraucht. Mädchen und Jungen werden gezwungen, lüsterne Blicke und Redensarten zu ertragen, sich nackt zu zeigen, sich berühren zu lassen, Pornographie anzusehen, den Erwachsenen oder auch jugendlichen Missbraucher mit der Hand oder dem Mund zu befriedigen. Mädchen und Jungen werden vergewaltigt, anal, oral oder vaginal mit Fingern, Gegenständen oder dem Penis. Darüber hinaus werden Mädchen und Jungen zu allen vorstellbaren – und manchmal auch unvorstellbaren Praktiken gezwungen. Etwa jedes 4. bis 5. Mädchen und jeder 9. bis 12. Junge macht so mindestens einmal vor dem Erwachsen werden eine sexuelle Gewalterfahrung.
Geht mich das was an? Die meisten sexuellen Übergriffe werden von Menschen begangen, die den Mädchen oder Jungen bekannt sind, denen sie vertrauen. Verwandtschaft, Familie, Sportverein – oder auch dem Jugendverband. Viele Täter suchen nach Rahmenbedingungen, in denen sie als vertrauenswürdige Person engen Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen haben können – wie zum Beispiel auch bei uns. Unser oberstes Ziel ist und muss es aber sein, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor seelischer, körperlicher oder sexualisierter Gewalt zu schützen. Hierzu verpflichten wir uns gesetzlich, vertraglich und natürlich auch moralisch.
Aus diesem Grund entstand eine Arbeitshilfe. Sie soll jedem Verantwortlichen und jeder Verantwortlichen in der Kinder- und Jugendarbeit unseres Verbandes Unterstützung und Hilfe sein, damit wir gemeinsam verhindern, dass solche Straftaten in unserem Verband passieren und wir Kindern und Jugendlichen helfen können, die innerhalb oder außerhalb unseres Verbandes solche Gewalttaten erleben müssen.
Denn der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen geht uns alle an!
Wir hoffen, dass ihr dieses Thema in euren Leiterrunden und Leitungsteams besprecht. Gerne stehen wir Euch bei Fragen zur Verfügung. Meldet Euch dann bitte im Diözesanbüro bei Heribert Schmalen (Email: h.schmalen@dpsg-ac.de). Dort könnt ihr auch die DPSG-Arbeitshilfe "Finger weg" erhalten.
Martina Evertz Jugendpolitische Referentin der DPSG
Jörg Fornefeld Jugendpolitischer Referent der DPSG
Kinderschutzfachkraft Norbert Engels
Der Diözesanverband der DPSG hat eine durch den Diözesanvorstand berufene Kinderschutzfachkraft. Norbert Engels ist in allen Fragen ansprechbar, bei denen es um das Wohl und die Rechte der Kinder und Jugendlichen geht - insbesondere natürlich in den Fällen, in denen Fragen über das "Kindeswohl" aufkommen.
Dies sind alles Situationen, in denen ein Verdacht entsteht, dass den uns anvertrauten Kindern in versorgerischer, körperlicher oder emotionaler Sicht nicht gut geht. Man spricht von Körperlicher Vernachlässigung, körperlicher Misshandlung, emotionaler Vernachlässigung, emotionaler Misshandlung oder sexueller Misshandlung. In der DPSG fassen den letzten Punkt inzwischen weiter zur sexuellen Gewalt. Damit sind auch die Fälle gemeint, in denen keine "Misshandlung" im klassischen Sinne stattfindet, aber Grenzüberschreitungen sexueller Natur angenommen werden (Sprache, scheinbar harmlosere Handlungen wie gegen den Willen an die Hand nehmen, zum nackt duschen zwingen,...)
Grundsätzlich erhält man bei Norbert Engels Informationen und Unterstützung, wenn es um diese Themenfelder geht. Aber auch, wenn ein Kind verhaltensschwierig oder in anderer Art und Weise auffällig ist, kann man sich beraten lassen. Hintergrund ist, dass dies auch ein Hinweis auf ein (drohendes) fehlendes Wohlergehen sein kann und uns als Jugendverband und damit als Anwalt der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen auch deren Wohlergehen am Herzen liegt.
Entstanden ist die Benennung der Fachkraft aufgrund einer mehrmonatigen Arbeit am Thema "Sexuelle Gewalt im Jugendverband" des jugendpolitischen Referates und soll den Schutz der Kinder und Jugendlichen innerhalb und außerhalb des Verbandes erhöhen.
Wichtig: Die Fachkraft wurde nicht aufgrund einer damit verbundenen Pflicht berufen, sondern um den 1.300 Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern im Diözesanverband auch innerverbandlich einen Ansprechpartner hierfür an die Seite zu stellen.
Kontakt: Norbert Engels 02434/9812-25
|
|||||||
| >>zur Startseite | ||||||||